Nachwuchs-, Nachfolgeprobleme – wie lösen? (NL 25/16)

Seit Jahren kämpft unsere Branche mit dem Nachwuchs- und Nachfolge-Problem. Zwar handelt es sich grundsätzlich um einen überaus lohnenden Beruf, denn wo kann man sonst noch Menschen gegen existenzgefährdenden Risiken absichern und damit Geld verdienen?

Aber irgendwas läuft seit einigen Jahren schief. Wieso finden die Unternehmer kaum noch Junge, die den Beruf ausüben wollen? Seit Jahren kann man in den Medien lesen, dass große Versicherer Tausende Leute suchen und dass Agenturen und Makler-Unternehmen teilweise erfolglos Nachfolger suchen. In all diesen Fällen gibt es unbetreute Bestände, also allein gelassene, nicht versorgte Kunden. Sollte dieser Zustand andauern, dann entsteht daraus auch ein gesellschaftliches Problem, weil im Ernstfall dann keine Absicherung bei einer wachsenden Bevölkerungsschicht mehr vorhanden ist.

Viele meinen, dass die Versicherungsbranche – zu Unrecht – unter den Folgen der Finanzkrise leiden würde. Zu Unrecht deshalb, weil keine einzige Versicherung vom Staat (also mit unserem Steuergeld) gerettet werden musste. Also weiterhin ein Synonym für Sicherheit ist.

Doch ganz offensichtlich ist das Image des Versicherungsvermittler schlecht und wird immer schlechter, wie Studien in Österreich und Deutschland regelmäßig zeigen.

Kürzlich wurden in Deutschland die Ergebnisse der Studie „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2016“ vorgelegt. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes (DBB).

Zwar mag die Studie auch einige Besonderheiten des deutschen Marktes widerspiegeln (Sex-Parties in Ungarn für Top-Verkäufer), dennoch zeigen sich erschütternde Werte, die möglicherweise auch in Österreich zu Tage kommen würden.

Versicherungsvermittler in Deutschland genießen nur bei 9% der Konsumenten ein hohes oder sehr hohes Ansehen und kommen damit auf dem letzten Platz zu liegen.

Und statt besser wurde es gegenüber dem Vorjahr sogar noch schlechter!

Damit sind Versicherungsvermittler deutlich unbeliebter als Politiker, Journalisten, Steuerbeamte, Mitarbeiter von Telefongesellschaften oder auch Bankangestellte.

Großer Gewinner der Umfrage ist die Müllabfuhr. Sie konnte zwischen 2007 und 2014 am meisten gewinnen und ihr Ansehen um 10 Prozent auf 73 steigern. Damit befinden sie sich in der gleichen Liga mit Piloten, Uni-Professoren, Richtern.

Und sind nur noch wenig von den Spitzenreitern Feuerwehr (93%), Ärzte (87%) und Kranken-/Altenpfleger (87%) entfernt.

Dass auch Manager, Bankangestellte und Anwälte stark an Image verloren haben (minus 10 % oder mehr), sollte uns kein Trost sein.

Was aber tun?

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