Wie löst Helvetia das Nachwuchs-Problem? (NL 17B/16)

Interview Helvetia; Bernd Allmer, Leiter HR und Services

IVVA: Bei meinem letzten Gespräch in Ihrem Haus, konkret mit Vorstand Panhauser, hörte ich u.a. Helvetia komme sehr gut mit der Fusion voran. Die Mitarbeiter fühlen sich sehr wohl, was bei Fusionen eher selten der Fall ist. Das Unternehmen sei auch am Markt weiterhin sehr erfolgreich. Sowohl bei den Kunden, als auch bei den Agenten geht es stark bergauf. Und auch vom Nachwuchs-Problem scheint Ihr Haus nicht betroffen zu sein. (Zum Nachlesen des Interviews hier klicken…)

Das macht natürlich neugierig. Noch dazu, wo kürzlich das Markforschungsinstitut erhob, dass das Vertrauen in Versicherungsvermittler um 3 Prozent auf 40 % gesunken sei, womit unsere Branche auf den drittletzten Platz zu liegen kommt (gerade noch vor Werbefachleuten und Politikern). Gleichzeitig zeigt eine andere aktuelle Umfrage, dass Helvetia zum beliebtesten Arbeitgeber der heimischen Finanzbrache gewählt wurde.

Daher frage ich Sie Herr Bernd Allmer, als Leiter der Personalabteilung: Was machen Sie anders, als die gesamte Branche, dass für Sie Image, Nachwuchs und Nachfolge keine Probleme darstellen? Denn seit Jahren liest man, dass die Branche tausende Leute sucht und nicht findet.

Allmer, Helvetia: Ich freue mich über Ihren Besuch und möchte mich zunächst Ihren Lesern vorstellen: Mein Einstieg in die Branche erfolgte vor 17,5 Jahren bei der Volksfürsorge Jupiter, die dann in der Wüstenrot aufgegangen ist. Ich war dort als Personalentwickler tätig und für Schulungen zuständig. Eine Zeit lang war ich auch als BÖV-Prüfer tätig. Vor meinem Wechsel zur Helvetia legte ich einen Zwischenschritt zu einem Industrieunternehmen ein, wo ich für „HR und Change Management“ zuständig war, was eine hervorragende Basis für meine jetzige Tätigkeit darstellt.

IVVA: HR steht für Human Resources, also Personalleitung, etc. Was genau versteht man unter „Change Management“?

Allmer, Helvetia: Unter „Change Management“ versteht man das Anpassen der Strukturen, Abläufe und Strategien im Unternehmen auf geänderte Rahmenbedingungen. Der Unternehmenserfolg hängt ganz entscheidend davon ab, wie sensibel die Mitarbeiter auf solche – oft nötigen – Veränderungen vorbereitet werden. Da haben wir im Zuge der Fusion Helvetia-Basler offensichtlich einiges richtig gemacht.

IVVA: Wie geht man dabei vor?

Allmer, Helvetia: Man muss die Mitarbeiter abholen und auf die Reise mitnehmen. Sie informieren und motivieren. Dazu muss ich mir überlegen: Was muss das Unternehmen bieten? Was brauchen die Mitarbeiter in der jeweiligen Phase, um sich persönlich entwickeln zu können? Aber auch, wie muss ich die Organisation weiter entwickeln, um die Unternehmensziele erreichen zu können. Dazu muss ich aber diese Ziele, aber auch die individuellen Ziele des einzelnen Mitarbeiters kennen.

IVVA: Klingt schön und wie aus dem Lehrbuch, könnten Sie mir ein praktisches Beispiel bringen, wie sich die gute Behandlung der Mitarbeiter am Markt niederschlägt?

Allmer, Helvetia: Gerne: Ich bin für Personal und Services zuständig. Als Unternehmen versuchen Sie sich am Markt von den anderen abzuheben. Also ein besseres Produkt zu haben oder etwa die Servicequalität zu heben. Beides wird von den Kunden bemerkt und geschätzt.

Aber: Servicequalität können Sie nur dann verbessern, wenn Sie im Inneren einen guten Kontakt zu den Mitarbeitern haben, diese gut behandeln, d.h. auf deren Bedürfnisse eingehen.

Mein Ziel ist, dass die Mitarbeiter sagen, ich haben einen tollen Arbeitsplatz, ich fühle mich wohl, werde wertgeschätzt, man agiert mit mir auf Augenhöhe. Ich als Personalist bin überzeugt, dass dann meine Mitarbeiter mit gleicher Wertschätzung und gleichem Respekt unsere Kunden behandeln werden.

IVVA: Lässt sich so etwas messen, also „beweisen“?

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