WhatsApp nicht beruflich nutzen! Alternativen? (NL 5b/21)

Datenschützer warnen bereits seit Jahren vor Datenkraken wie WhatsApp oder Facebook. Doch mit der Ankündigung von WhatsApp ab 8.2. veränderte Nutzungsbestimmungen einsetzen (und damit auch ganz offiziell Daten im Konzern – also auch an Facebook – weitergeben) zu wollen, hat man das Fass der geduldigen Nutzer zum Überlaufen gebracht. Und Millionen sind geflüchtet. Aber wohin?
Übrigens im obigen Satz steht ganz bewusst „Nutzer“ und nicht „Kunde“. Denn bei Datenkraken sind SIE nicht der Kunde, sondern die Ware. Das ist auch der Grund, warum diese Produkte – scheinbar – nichts kosten. Weil nämlich Ihre Daten (und die aller Personen auf Ihrem Handy, Smartphone, etc.) das Wertvolle sind.

RA Mag. Stephan Novotny, Foto: Stephan Huger

Nach der WhatsApp-Ankündigung hat der auf Versicherungs- und Datenschutzrecht spezialisierte Anwalt Mag. Stephan Novotny gleich im ersten IVVA-Newsletter des Jahres an seine oftmalig geäußert Ablehnung von social media-Tools erinnert und die Gefahren im Falle einer beruflichen Nutzung erläutert. Zum Nachlesen seines Beitrags hier klicken…

Nach dem Beitrag von Mag. Novotny erhielten wir mehrmals die Frage, wohin man nun wechseln solle, um DSGVO-safe zu sein. Das beantworten wir unten anbei und haben Ihnen auch interessante Links zum Weiterlesen zusammengestellt. Vorerst sehen wir uns aber an, was seit Anfang Jänner passiert ist.

Seit damals hat nämlich WhatsApp versucht zu retten was noch geht, denn Millionen Nutzer haben sich verabschiedet: So verschob man die Änderung der Nutzungsbestimmungen auf 15. Mai und startete weltweite Werbewellen. Speziell in Europa wurde – ausgerechnet – auf die DSGVO verwiesen und dass man deshalb ja gar keine Daten nützen dürfe…
Der STANDARD zitierte eine WhatsApp-Aussage laut APA: Bis zum 15. Mai wolle man aktiv gegen „Missinformation“ ankämpfen.

Aber: Schon die Logik lässt viele an dieser Aussage zweifeln: Denn wenn WhatsApp keine Daten nutzen wolle, warum verlange man dann die ausdrückliche Einwilligung zu neuen Nutzungsbestimmungen, in denen ganz klar auf diese Nutzung im Konzern verwiesen wird?

Und auch Datenschützer lassen sich so nicht besänftigen:

So wurde etwa Datenschutzexperte Alan Dahi, Teil des von Max Schrems gegründeten Datenschutzvereins Noyb im Standard zitiert:
„Die Änderungen sind eher kosmetischer Natur. Whatsapp hat – wie alle Unternehmen im Grunde – die aus der DSGVO resultierende Pflicht, eine Transparenz herzustellen, was mit unseren Daten passiert: Wohin gehen sie, wie lange werden sie gespeichert?“. „Und in Sachen Transparenz habe WhatsApp weiterhin Nachholbedarf“, so Alan Dahi im Standard.

Auch Erich von Maurnböck, EDV-Experte und Partner der auf EDV und DSGVO spezialisierten Firma VMCON – meineberater.at hat sich die WhatsApp-Änderungen näher angesehen. Und fasst seine Bedenken im Beitrag „Jetzt aber wirklich Hände und Handy weg von WhatsApp“ – Link zum Beitrag finden Sie unten in der Link-Sammlung – wie folgt zusammen:

„Nutzer müssen darin zustimmen, dass ihre Daten von nun an vom gesamten Facebook-Unternehmen, zu dem der Nachrichtendienst seit einigen Jahren zählt, verwendet werden dürfen. Darunter fallen unter anderem das Adressbuch mit Telefonnummern, Profilnamen, Profilbilder und Statusmeldungen.“

Und weiter: „gleichzeitig erfolgt der Hinweis darauf, dass WhatsApp mit anderen Facebook-Unternehmen Daten teilt, um Dienste „zu betreiben, anzubieten, zu verbessern, zu verstehen, zu individualisieren, zu unterstützen und zu vermarkten“. Daten dürfen so innerhalb des Konzerns unbeschränkt weitergegeben werden. Zusätzlich wird erläutert, dass Facebook für die Bereitstellung von Analysediensten Telefonnummer, Geräteinformation und weitere Informationen von WhatsApp erhält. Auch Personen, die gar nicht auf Facebook sind, sondern nur WhatsApp nutzen, sind dabei betroffen.“

Und sein Resumee: „Um im Unternehmen DGSVO-konform unterwegs zu sein, wird schon seit Jahren darauf hingewiesen, dass WhatsApp kein datenschutzsicherer Kommunikationsdienst ist und daher nicht verwendet werden darf – Stichwort Datenübertragung in die USA sämtlicher gespeicherter Kontakte. Wir empfehlen Ihnen den neuen Bedingungen nicht zuzustimmen und die App künftig nicht mehr zu benutzen. Für einige Nutzer können die Änderungen bei WhatsApp eine Gelegenheit sein, auch die private Kommunikation datenschutzsicherer zu gestalten.“

Doch welche Alternativen gibt es und wie schneiden Sie im Vergleich ab?
Auch bei Erich von Maurnböck ist SIGNAL die empfehlenswerte Alternative. Auch Threema erfüllt die modernen Datenschutz-Anforderungen. Eine Übersicht und eine kurze Einschätzung durch Hrn. Maurnböck finden Sie im Beitrag hier…

Quellen: Der Standard, Computerzeitung Chip.de, Newsletter meineberater.at

Hier ein paar nützliche Links für alle, die weitere Details wünschen:

Whatsapp versichert: Wir lesen gar nicht alle eure Daten mit

https://www.meineberater.at/jetzt-aber-wirklich-haende-und-handy-weg-von-whatsapp/

Whatsapp kämpft verzweifelt gegen Nutzerabgang

https://www.derstandard.de/story/2000123443858/neue-datenschutzregeln-bei-whatsapp-aenderungen-kosmetischer-natur

Signal – Sicherer Messenger – Android App 5.1.9

Signal ist ein Android-Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, der auch Telefonie und sichere Videochats erlaubt.

Die WhatsApp-Alternative „Signal – Sicherer Messenger“ ermöglicht kostenlos verschlüsselt zu telefonieren und zu chatten.

Den sicheren Messenger Signal erhalten Sie jetzt zum kostenlosen Download auch für den Windows-Desktop.

Mit „Threema Web“ nutzen Sie den sicheren Schweizer Smartphone-Messenger auch auf Ihrem PC.

Threema ist eine sichere WhatsApp-Alternative für iOS mit mehreren Sicherheitsstufen.

https://www.chip.de/news/WhatsApp-Das-sind-die-besseren-Gratis-Alternativen_135258856.html

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https://computerwelt.at/news/topmeldung/drei-whatsapp-alternativen-im-kurzportrait/