Schlechtes Image. Wie das Nachwuchs-, Nachfolgeprobleme lösen? (NL 26b/20)

Seit Jahren kämpft unsere Branche gegen das Nachwuchs- und Nachfolge-Problem. Zwar handelt es sich um einen überaus lohnenden Beruf, denn wo kann man sonst noch Menschen gegen existenzgefährdenden Risiken absichern und damit Geld verdienen?

Aber irgendwas läuft seit einigen Jahren schief. Wieso finden die Unternehmer kaum noch Junge, die den Beruf ausüben wollen? Seit Jahren kann man in den Medien lesen, dass große Versicherer Tausende Leute suchen und dass Agenturen und Makler-Unternehmen teilweise erfolglos Nachfolger suchen. In all diesen Fällen gibt es unbetreute Bestände, also allein gelassene, nicht versorgte Kunden. Sollte dieser Zustand andauern, dann entsteht daraus auch ein gesellschaftliches Problem, weil im Ernstfall dann keine Absicherung bei einer wachsenden Bevölkerungsschicht mehr vorhanden ist.

In den letzten Jahren argumentierte man, dass die Versicherungsbranche – zu Unrecht – unter den Folgen der Finanzkrise leiden würde. Zu Unrecht deshalb, weil keine einzige Versicherung vom Staat (also mit unserem Steuergeld) gerettet werden musste. Also weiterhin ein Synonym für Sicherheit ist.
Nun haben wir die Corona-Krise und auch hier versuchen die Versicherer und die Versicherungsvermittler den Kunden hilfreiche Lösungen wie Prämien-Stundungen, Sonderangebote, etc.

Doch trotzdem ist das Image des Versicherungsvermittler schlecht und wird immer schlechter, wie Studien in Österreich und Deutschland regelmäßig zeigen. Nun liegt die aktuelle Image-Studie in Deutschland vor.

Wiederum letzter Platz!
Wie in den Jahren zuvor landeten Versicherungsvermittler auf dem letzten Platz. Höchstes Ansehen genießen Feuerwehrleute (93 Prozent), Ärztinnen/Ärzte (87 Prozent), Kranken- und Altenpfleger/innen (87 beziehungsweise 86 Prozent) sowie Polizistinnen/Polizisten (82 Prozent), zitiert das Versicherungsmagazin Zahlen aus der Bürgerbefragung „Öffentlicher Dienst“ des Meinungsforschungsinstitut Forsa.

Noch VOR den Versicherungsvermittlern (8%) kommen Politiker (16%), Mitarbeiter von Telefongesellschaften (13 %) und Werbeagenturen (11%).

Warum ist das Image unseres Berufs so schlecht? Haben Sie eine Erklärung?

Wie kann es sein, dass wir Millionen Kunden betreuen, sie gegen existentielle Risiken absichern und gleichzeitig unser Ansehen derart mies ist?

Was ist Ihre Meinung, warum das Image unserer Branche so schlecht ist? Es kann doch nicht jeder Kunde glauben, dass das vermittelte Produkt falsch, zu teuer oder sonst wie schlecht ist? Jeder Vermittler kann sicher Kunden vorweisen, die ihm gute Beratung und Betreuung bestätigen. Wie kommt aber dennoch so eine schlechte Branchen-Beurteilung zustande? Immerhin ist das keine Einmal-Aufnahme, sondern wir sind von Jahr zu Jahr mit diesem schlechten Markt-Feedback konfrontiert.

Schreiben Sie uns über Ihre Markt-Erfahrungen und Einschätzungen. Auch mit Ideen, was man tun könnte, müsste, um unser Image zu verbessern. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen unter redaktion@ivva.at

Sollten Sie auch unter Nachwuchs-, Nachfolger-Sorgen leiden, könnte ein Inserat auf der IVVA Börse nützlich sein.
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Aber letztlich muss es uns allen gelingen, junge Menschen davon zu überzeugen, dass der Beruf des Versicherungsvermittlers ein interessanter, verantwortungsvoller Beruf mit viel Potential ist.

Hier wird auch unsere Berufsvertretung und der VVO als Vertreter der Versicherungshäuser Geld in die Hand nehmen müssen, um die Vorteile des Berufsstandes in den Vordergrund zu stellen und damit unser Image als Branche wieder steigern zu können.

Das IVVA-Team