Obmann Grandits über Image-Problem, Prov.Weiterzahlung & Co (NL 29/16)

Dies ist der zweite Teil des Interviews, das wir mit Bundesobmann Grandits kürzlich geführt hatten. Zum ersten Teil (Entwicklungen in unserer Branche – u.a. zu IDD, Ausbildungsverpflichtung, Umsetzung der EU-Richtlinie in Österreich, aber auch Vollmachtsnutzung, etc. finden Sie hier: Obmann Grandits zur Entwicklung in unserer Branche (NL 28/16).

Bundesobmann  Horst Grandits, Foto WILKE

IVVA: Ein jahrelanges Thema, das unseren Berufsstand betrifft, ist das schlechte Image, das unserer Branche zugesprochen wird. Sowohl in Österreich, als auch in Deutschland werden Jahr für Jahr Studien vorgelegt, die zeigen, dass wir ganz am Ende der angesehenen Berufe stehen, sogar Steuerbeamte, Journalisten, Gewerkschafter und Telefonkeiler haben bessere Werte als wir.
Was tut die WKO, um unser Image zu verbessern? Denn unser Nachwuchs- und Nachfolgeproblem hängt damit wohl ursächlich zusammen…

Obmann Grandits: Wir alle gemeinsam sind gefordert (also auch Versicherer, Gesetzgeber, etc.) um den Versicherungsvermittler als attraktiven Beruf am Leben zu erhalten bzw. diesen wieder attraktiver zu machen. Daher darf man unseren Beruf nicht noch mehr durch Vorschriften, Regulierungen immer mehr einzuschränken und damit noch unattraktiver machen.

Aber ich bin optimistisch: Unser Beruf hat weiterhin viele Vorteile: Immer noch kann man mit entsprechendem Einsatz ein überdurchschnittliches Gehalt erreichen, immer noch hat man so viele Freiräume, wie in kaum einem anderen Job, hat viel Kontakt zu vielen Menschen bei freier Zeiteinteilung. Vom sinnstiftenden Element, nämlich die Mitbürger gegen (existenz-)bedrohenden Risiken abzusichern, gar nicht zu reden.

IVVA: Die vielen Vorteile scheinen aber in den letzten Jahren vergessen worden zu sein.

Obmann Grandits: Richtig ist, dass Geld alleine heute nicht mehr Anreiz genug bietet. Die berühmte Work-Life-Balance (also das richtige Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit) ist der jungen Generation viel wichtiger geworden. Und der Arbeitgeber muss auch ein tolles Image haben. Warum wollen so viele Junge einen Job bei Red Bull haben?

IVVA: Was tut die WKO, um vom aktuell schlechten Image des Versicherungsvermittlers zum hippen Image von Red Bull zu kommen?

Obmann Grandits: Einerseits müssen wir auf die gleichen rechtlichen Grundlagen für alle am Markt Beteiligten (also auch für Online-Vertrieb) durch die korrekte Umsetzung der IDD achten. Damit wird sozusagen die wirtschaftliche Basis für unseren Berufsstand gesichert.

Und hinsichtlich Image-Verbesserung wird seit Monaten an einer großen Imagekampagne und Markenstrategie gearbeitet, um die Vorteile unserer Tätigkeit wieder in Erinnerung zu rufen und die Marke Versicherungsagent wieder attraktiver zu machen.

Nur wenn wir als Marke stark und attraktiv gesehen werden, finden die Jungen wieder zu uns. Dann gelingt es, sie wieder für unseren Beruf anzusprechen. Wir werden in der Kampagne unsere positiven Werte ansprechen. Der Versicherungsagent ist das beste Bindeglied zwischen Kunden und Versicherer, steht für Absicherung, also Sicherheit. Der Agent darf auch z.B. auch Schäden erledigen und auszahlen, das hat soeben ein Musterprozess in Deutschland mit einem Urteil des BGH (entspricht dem österreichischen OGH) festgestellt.

IVVA: Gibt es Pläne, um einen neuerlichen Anlauf zur Änderung des Handelsvertretergesetzes zu erreichen, um mehr als 50 % an Folgeprovision zu erhalten?

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