ERGO setzt verstärkt auf Agenten-Vertrieb (NL 3b/19)

Mag. Christian Noisternig, Vorstand ERGO Versicherung

IVVA: Ich freue mich, dass wir schon traditionell knapp vor Jahresende unser jährliches Interview führen. Ein idealer Zeitpunkt für einen Jahresrück- und -ausblick. Darf ich Sie zum Beginn bitten, sich unseren Lesern kurz vorzustellen?

Noisternig, ERGO: Gerne. Ich bin seit 1. April 2018 neuer Vorstand für Vertrieb und Marketing bei ERGO. Das ist insofern eine bedeutsame Änderung, als vorher diese Aufgaben auf drei Vorstandsressorts aufgeteilt waren. Nun jedoch sind diese Agenden in einem Vorstandsressort gebündelt.

Zu meinem Werdegang: Ich bin gelernter Jurist, habe aber nach dem Gerichtsjahr den Beruf nicht aktiv ausgeübt, sondern bin bei der Creditanstalt eingestiegen und war dann 20 Jahre im UniCredit Bank Austria-Konzern tätig, zuletzt als Bereichsvorstand für das Privatkundengeschäft Österreich. Und in dieser Funktion war ich auch seit 2012 Aufsichtsratsmitglied der ERGO. Daher war der Schritt zu ERGO für mich ganz logisch.

IVVA: Gehe ich Recht in der Annahme, dass die vorherige Aufteilung der Vertriebs- und Marketing-Agenden historisch so gewachsen war?

Noisternig, ERGO: Das stimmt.

Wir haben den Vertrieb neu aufgestellt, um einerseits unsere Marktposition weiter auszubauen, andererseits unsere Vertriebswege zukünftig noch stärker zu diversifizieren, wie man das im „Marketing-Deutsch“ so schön sagt. Durch die Bündelung aller Kräfte in einem Vorstandsbereich werden wir unsere Vertriebspartner noch besser unterstützen. Beispielsweise werden die Vertriebspartner künftig durch fünf Bereichsleiter – statt bisher durch drei – betreut. Es gibt nun einen Bereichsleiter für den Volksbanken-Vertrieb (Sascha Bock), einen Bereichsleiter (Patrick Ortner) für Mehrfachagenten und Makler, Norbert Pompl betreut unverändert die Bank Austria, den eigenen Außendienst führt Christian Koos und alle Direktvertriebsagenden sind bei Hanns-Ulrich Brockhaus gebündelt.

IVVA: Sie legen also nun deutlich mehr Fokus auf den Vertrieb und möchten besonders den selbstständigen Vertrieb weiter ausbauen. Richtig?

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Auswirkungen der IDD auf die Praxis? (NL 2/19)

Was ist neu? Wo liegen die Gefahren?

Lange war nur das Provisions-Thema in aller Munde und die Nation fürchtete sich davor.

Tatsächlich liegen die wirklichen Veränderungen und neuen Gefahren ganz wo anders. Nämlich bei POG, Zielmarkt, Dokumentation, Aufbewahrungsfristen (die womöglich mit der DSGVO kollidieren und damit das Problem des Nicht-Freibeweisen-Könnens bei behaupteter Fehlberatung einhergehen). Das Provisionsthema kommt eigentlich nur noch dann wieder ernsthaft ins Spiel, wenn die Behörde von Amtswegen die Statusklarheit umsetzt.

Mit all diesen Themen werden wir uns in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen müssen. Unten anbei finden Sie erste Informationen und Überlegungen zwecks „Problembewusstsein-Schaffens“.

Wie sieht es nun rechtlich aus?

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Mag. Novotny zur IDD Statusklarheit (NL 2b/19)

RA Mag. Stephan Novotny, Foto: Stephan Huger

Ein neuer Begriff schwirrt durch die Branche. Statusklarheit. Was das bedeutet, bis wann man sich entscheiden muss, welche Konsequenzen eine behördliche Umstufung auf Provision, Dokumentation, DSGVO, etc. hat, dazu haben wir Mag. Stephan Novotny um eine erste Einschätzung gebeten.

Hier sein Kommentar:

In Umsetzung des Art 2 Abs. 1 Z 3 IDD, der lautet wie folgt:

3. „Versicherungsvermittler“ jede natürliche oder juristische Person, die kein Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmen oder ihre Angestellten und kein Versicherungsvermittler in Nebentätigkeit ist und die die Versicherungsvertriebstätigkeit gegen Vergütung aufnimmt oder ausübt;

sieht § 137 Abs.2 und Abs. 2a GewO nunmehr vor wie folgt:

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Anmerkung zum ERGO-Agenturvertrag mit IDD und DSGVO 2019

ERGO hat für die Umsetzung der IDD sowie DSGVO einen neuen Agentur-Vertrag ausgesandt.
Der vorliegende Vertrag gilt für Mehrfach-Agenten.

Dieser ist enorm detailliert ausgeführt. Unserer Ansicht nach ist er im Großen und Ganzen sehr vorbildlich, sollte aber vom Agenten in 2 Punkten leicht adaptiert werden (Details dazu am Ende des Textes), d.h. ein wenig klargestellt werden:

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Welche Daten von IHNEN verkauft die Post? (NL 1b/19)

Legal? Behörde prüft. Was können SIE tun?

Die Post speichert und verarbeitet (und verkauft) eigenen Angaben zufolge rund drei Millionen Datensätze und Profile. Bei rund 2,2 Millionen Österreichern ist auch die Partei-Affinität abgespeichert, die „dazu geschätzt“ wurde. Aufgedeckt wurde der Fall durch die Rechercheplattform „Addendum“. Nach zahlreichen Medienberichten hat die Datenschutzbehörde nun ein Prüfverfahren eingeleitet. Die Post müsse nun innerhalb von zwei bis drei Wochen zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Datenschützer und Verfassungsrechtler stufen das Vorgehen als illegal ein, besonders weil die „politische Einstellung“ zu den sensiblen Daten gehört, die man nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Betroffenen speichern darf.

Worum es bei diesem Fall geht, wo Sie sich weiter informieren können, was Sie tun sollten (Auskunfts-, eventuell Löschbegehren an Post stellen), haben wir für Sie recherchiert. Alle Details und Links unten anbei.

RA Mag. Stephan Novotny, Foto: Stephan Huger

Und Mag. Stephan Novotny meint dazu: „Wieder einmal zeigt sich: Nehmen Sie bitte in Ihrem eigenen Unternehmen die DSGVO nicht auf die leichte Schulter, denn die „Anlass-Fälle“ werden immer häufiger zunehmen und die Datenschutzbehörde wird immer öfter Prüfverfahren einleiten und Strafen aussprechen.

„Partei-Affinität“ ist ein dehnbarer Begriff, zu dem es noch keine Rechtsprechung gibt. Es ist aber anzunehmen, dass die Einstufung als sensible Daten erfolgen wird.“

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IVVA Homepage neu. Wo finden Sie was? (NL 1/19)

Während der Feiertage haben wir die ruhigere Zeit genutzt, um die Homepage zu aktualisieren, besser lesbar zu gestalten (auch auf Smartphones und Tablets) und auch die Sicherheit wieder zu erhöhen.

Wo finden Sie nun was?

Wenn Sie www.ivva.at anklicken sehen Sie

A) das folgende Quer-Menue:

a) Suche
Interessiert Sie ein spezielles Thema, dann können Sie die orange LUPE im Menue rechts außen anklicken, danach geht ein Feld auf, das Sie für Ihre Suche nutzen können.

b) Beiträge (nach-)lesen
Wenn Sie auf einem Blick sehen möchten, welche Beiträge wir in den letzten Wochen online gestellt haben, klicken Sie auf BEITRÄGE. Dort finden Sie die aktuellen Beiträge und die älteren im Archiv.

c) Newsletter
Wenn sich ein Kollege oder Partner oder Mitarbeiter ebenfalls für unseren kostenlosen Info-Newsletter informiert, kann man sich hier anmelden (oder auch wieder abmelden).

d) Agentur-Börse
Wenn Sie Partner, Nachfolger oder Bestände suchen, sind Sie bei diesem Menue-Punkt richtig.

e) Vorteile / Nutzen / Kontakt
Wenn Sie uns noch nicht so gut kennen, können Sie sich unter „Der IVVA“ bzw. „NUTZEN“ mehr erfahren. Und über das Formular unter „KONTAKT“ uns eine Nachricht senden.

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Prüfen Sie Ihre Agenturverträge (NL 30/18)

Appell: Nutzen Sie die Feiertage, um alle übersandten Verträge nochmals in Ruhe zu prüfen.
Checken Sie, ob Sie womöglich auch jene Passagen vorfinden, die der IVVA in der jeweiligen Bewertung als problematisch / zu korrigieren eingestuft hat. Und fordern Sie Änderungen ein. Denn was Sie jetzt akzeptieren, kann Ihnen Jahre später „Kopfzerbrechen bereiten“ (etwa kein Freibeweisen, bei künftigen Prozessen).
Daher: Checken Sie nochmals alles.
Zu den bewerteten Agenturverträgen kommen Sie hier…

Rückblick: 2018 war das Jahr der Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zuerst galt es die Datenschutzgrundverordnung umzusetzen, dann sich auf die IDD vorzubereiten. Während die DSGVO schon Jahre vorher bekannt war (am 25.5.2018 endete die 2-jährige Übergangsfrist), war und ist bei der IDD trotz Verschiebung von Feber auf Oktober 2018 vieles unklar.

Der IVVA hat dennoch versucht aktiv an der Gesetzgebung mitzuwirken und die Agentenschaft auf die neuen Rahmenbedingungen vorzubereiten. Einerseits, in dem wir etwa die DSGVO in praxisnahe Häppchen zerlegten, um den Agenten zu helfen, die DSGVO schrittweise im Unternehmen umzusetzen.

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Anmerkung zum DIALOG-Vertrag inkl. DSGVO


Die Dialog Lebensversicherungs AG hat im Dezember 2018 einen neuen Agenturvertrag ausgesandt, der trotz Gültigkeit der DSGVO weiterhin kurz und bündig ist.

Besonders – positiv -auffällig ist, dass die Dialog – im Gegensatz zu vielen anderen Häusern hier klipp und klar und dennoch ganz einfach formuliert. Und festlegt, dass der Agent alle gesetzlichen Vorschriften (VersVG, GewO, Geldwäsche, aber auch Datenschutz) einzuhalten hat.
Damit ist auf ganz einfach Art und Weise fixiert, dass der Agent in seinem Bereich DatenVERANTWORTLICHER ist (und logischerweise die Datenschutz-Vorschriften einzuhalten hat) und wenn die Daten an die DIALOG übermittelt wurden, BEIDE GEMEINSAM für die Daten verantwortlich sind. So einfach kann es gehen, um die DSGVO richtig umzusetzen und zu akzeptieren, dass Agenten keine Angestellten sondern Unternehmer sind.

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag haben wir dennoch gefunden. Details, was Sie abändern sollten, finden Sie unten anbei.


Allgemeine Pflichten (§2):

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Vorstand Panhauser zur IDD sowie Nachwuchs-, Nachfolgeproblem (NL 30b/18)

Vorige Woche sprachen wir mit Werner Panhauser, Vorstand der Helvetia über den lobenswerten DSGVO-Zusatzvertrag, über das „Beste-Partner-Service“, die Fusion Basler-Helvetia und Vertriebs-News (zum Nachlesen hier klicken…).

Heute möchten wir erfahren, wie Helvetia vom Nachwuchs-, Nachfolge-Problem betroffen ist und wie Vorstand Panhauser das löst. Mit IDD und Zielmarkt-Vorgaben umgeht und die Agenten bei der Umsetzung unterstützt, welche Produkt-Neuheiten bevorstehen und wie Daten-Migration und Software-Entwicklung den Agenten das Leben künftig erleichtern wird.

IVVA: Vorige Woche sprachen wir auch über Ihre Mitarbeiter. Viele in der Branche sprechen von Nachwuchs-, Nachfolgeproblemen. Sie haben in den letzten Jahres-Interviews einen zufriedenen Eindruck gemacht. Ist das immer noch so?

Helvetia Vorstand Werner Panhauser (Foto zur Verfügung gestellt)

VST Panhauser: Wir bei Helvetia sind hier in einer sehr guten Ausgangsposition. Wir haben zufriedene Mitarbeiter und haben uns einiges einfallen lassen, um neuen Mitarbeitern interessante Jobs zu interessanten Bedingungen anbieten zu können. Damit gelingt es uns auch die junge Generation für diesen Beruf zu interessieren und diesen an ihre Lebensrealität und ihre Wünsche anzupassen.

Wir haben das ehrgeizige Ziel, wir wollen als Arbeitgeber eine bestmögliche Nachwuchsförderung anbieten, damit wir Talente im Unternehmen halten und entwickeln können. Wir erhalten immer wieder bestätigt, eine der besten Lehrlingsausbildungen Österreichs zu haben. Nicht nur in der Versicherungsbranche, sondern wir können uns da mit allen Unternehmen Österreichs messen. Wir sind mehrfach als vorbildlicher Lehrlingsbetrieb ausgezeichnet worden.

IVVA: Wie schaffen Sie es, die Talente im Unternehmen zu halten?

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