HDI zur Wertschätzung von Mitarbeitern, Online-Vertrieb, IDD und DSGVO (NL 17/18)

Günther Weiß, Vorstand HDI (Foto beigestellt)

IVVA: Ich freue mich, dass wir uns auch heuer – beinahe schon traditionell – zu einem Informationsaustausch über aktuelles Marktgeschehen und Neuheiten aus Ihrem Haus treffen. Darf ich das Interview mit der Frage beginnen, was sich bei Ihnen in den letzten Monaten getan hat und was es Neues gibt, das unsere Agenten interessieren könnte?

VST Weiß, HDI: Wir sind auch in 2018 wieder sehr gut im Privat-Geschäft unterwegs. Unsere Produkte, besonders der KFZ-Tarif, kommen sehr gut an. Aber klarerweise wachsen wir auch dank unserer überaus aktiven Vertriebspartner, wie Ihren Agenten. Unser Haus ist bekanntlich gänzlich auf den Vertrieb durch selbständige Vermittler ausgerichtet.

2017 lag das Prämienvolumen bei über 200 Mio. Euro. Gleichzeitig haben wir trotz schwieriger Marktlage ein sehr gutes Ergebnis eingefahren. Unsere ausgezeichnete Finanzbasis wurde von der renommierten Rating-Agentur Standard & Poor´s bestätigt: Wir bekamen abermals ein „A-Rating“ mit dem Ausblick „stable“. Wir sind also ein stabiler Partner für Vertriebspartner und Kunden.

IVVA: Wachsen Sie mit dem Markt oder sogar stärker als der Gesamtmarkt?

VST Weiß, HDI: In unserem Kerngeschäft, dem KFZ-Bereich sind wir stärker als die Branche gewachsen. Hier kommt unser neuer Scoring-Tarif sehr gut an. In den anderen Bereichen sind wir im Marktschnitt gewachsen. Um das mit Zahlen zu unterfüttern: Das Marktwachstum betrug im Vorjahr etwa 3 Prozent, wir sind im Privatbereich (KFZ) um 6-7 Prozent gewachsen. Und das Wachstum – vor allem im Privatbereich – geht so weiter, das erste Halbjahr schaut sehr gut aus. Aber gleichzeitig hoffen wir, dass uns heuer der Hagel verschont.

IVVA: War die Wettergöttin Ihnen im Vorjahr nicht gnädig? Weiterlesen

IDD: Einzelkämpfer ade? IVVA Börse hilft (NL 17b/18)

Ist die Zeit der Einzelkämpfer vorbei?
IVVA Börse hilft, Partner / Kooperationen zu finden!

DSGVO, IDD, MiFID-2. Diese und andere Kürzel stehen für dramatische Veränderungen der gesetzlichen und damit beruflichen Rahmenbedingungen. Die Anforderungen für den Einzelnen werden seit Jahren immer höher geschraubt. Die Datenschutzgrundverordnung DSGVO haben viele Kleinunternehmer knapp vor dem 25. 5. nur unter Aufwendung vieler zusätzlicher Ressourcen rechtzeitig umsetzen können.

Schon steht die nächste Vorgabe, die IDD, die Versicherungsvertriebsrichtlinie in den Startlöchern. Da Österreich seit Ende Juni mit der Vorlage eines Umsetzungsvorschlages säumig ist, haben sich viele Vermittler noch nicht wirklich mit den Verschärfungen auseinander gesetzt. Sie merken oftmals erst durch neu vorgelegte Agenturverträge, dass hier neue Pflichten auf sie zukommen. Vermittlung nur innerhalb eines definierten Zielmarktes, neue Informationsblätter und Dokumentationspflichten, zu vermeidende Interessenskonflikte, höhere Qualifikationserfordernisse, und einiges mehr, warten auf die Vermittler.

Gerade die Agentenschaft ist oftmals als Einzelkämpfer, also in Form von EPUs oder sonstigen Kleinunternehmen tätig. Wie sollen die all diese neuen Anforderungen meistern?

Nehmen wir nur einen einzigen Punkt aus der IDD heraus: Zielmarktkonformes Vermitteln.
Die Definition des Zielmarktes erledigt zwar der Versicherer. D.h. er legt fest, für welche Zielgruppe dieses Produkt geeignet ist und an wen das Produkt vermittelt und an wen somit nicht vermittelt werden darf. Aus der Sicht der Konsumenten ein durchaus sinnvoller Gedanke.

Für den Agenten bedeutet das einen enormen Zusatzaufwand. Warum?
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1. Bescheid zur DSGVO, was daraus lernen? (NL 16b/18)

Bescheid der Datenschutzbehörde: Zugang zu alten Bankdaten muss gratis sein!
Können wir daraus etwas „lernen“?

Wie schon angekündigt, ist mit dem 25.5. die DSGVO Vorbereitung NICHT erledigt. Viele Themen sind nur angerissen, aber nicht exakt definiert. Man muss nun warten, wie die Datenschutzbehörde konkret Themen definiert. Dazu wird sie Black- und White-Listen herausgeben, in denen definiert wird, was erlaubt und keinesfalls erlaubt ist. Und sie wird sich über Verhaltensweisen, die an sie herangetragen werden, ein Urteil bilden und dieses in Bescheiden festlegen.

Solche Entscheidungen sollte man nicht ignorieren, sondern nutzen, um zu prüfen, ob das bisher eigene Vorgehen richtig war und falls nein, dieses adaptieren.

RA Mag. Stephan Novotny, Foto: Stephan Huger

Vor wenigen Tagen berichtete DER STANDARD darüber, dass es einen ersten Bescheid der Datenschutzbehörde gebe. Zwar findet man den Bescheid noch nicht auf der Homepage der Behörde oder im RIS-System. Dennoch sind die Erst-Informationen dazu sehr interessant, auch über den Anlassfall und Branchengrenzen hinaus. Dazu unten mehr. Weiterlesen

Was denkt EasyLeasing über DSGVO, Zusammenschlüsse, Nachfolger-/Nachwuchs-Probleme?(NL 16/18)

Andreas Langenhan, Easyleasing, Foto beigestellt

Vorige Woche erfuhren wir , wie Easyleasing den Agenten helfen kann, bestehende Kunden abzusichern und Zusatzgeschäft durch Leasing zu kreieren. Zum Nachlesen hier klicken… ! Hier folgt nun der zweite Teil des Interviews:

IVVA: Habe ich es richtig in Erinnerung: Agenturverträge brauche ich für Leasing nicht.

Langenhan, easyleasing: Das stimmt. Wir schließen mit jedem Vermittler eine Kooperationsvereinbarung (ähnlich einer Courtagevereinbarung) ab. Das ist aber ein reiner Routineprozess, welcher in der Versicherungsbranche seit Jahrzehnten üblich ist.

IVVA: Da die IDD nicht auf Leasing-Geschäfte anzuwenden ist, trifft sie also die Diskussion um Provisions-Offenlegung nicht.

Langenhan, easyleasing: Richtig: Das Provisionsthema ist bei Finanzierungen ein ganz anderes, als bei Versicherungen.

IVVA: Somit sind Sie – bzw. unsere Agenten – auch nicht Themen wie Zielmarkt, Produktbeiblatt, etc. betroffen.
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Bewegung bei Verträgen wegen DSGVO? (NL 15b/18)

Nachdem wir in den letzten Wochen mehrmals aufgerufen hatten, sich die von den Versicherern knapp vor dem Scharfschalten der DSGVO vorgelegten Verträge genau anzusehen bevor man sie unterschreibt, nahm dieses Thema – das wir wochenlang alleine verfolgt hatten – endlich Fahrt auf.

Zwei der führenden Fachmedien – FondsProfessionell und Versicherungsjournal – griffen das Thema auf und übernahmen die Aussagen, die Mag. Stephan Novotny via IVVA den Agenten seit Wochen ans Herz legte.  Nach einer Zusammenfassung aus diesen Berichten, bringen wir am Ende dieses Beitrags noch einmal die wichtigsten Punkte zu diesem Themenbereich!

Zunächst griff FondsProfessionell unser Interview mit Mag. Stephan Novotny auf, das wir im letzten IVVA Newsletter ausgelobt hatten (zum Nachlesen hier klicken…) und verteilte auch unsere Botschaften, die wir seit Wochen „trommeln“, was muss man, was sollte man keinesfalls akzeptieren, etc. (zum Nachlesen des IVVA–Beitrags „Muss ich jederzeitige Kontrolle akzeptieren?hier klicken…).

Den Beitrag des FondsProfessionell mit dem aussagekräftigen Titel „DSGVO bringt Versicherungsvermittler in die Zwickmühle“ können Sie hier nachlesen…

Und heute beschäftigte sich auch das Versicherungsjournal ganz intensiv mit diesem Thema und griff ebenso die wichtigsten Punkte aus unseren Berichten und dem Interview mit Mag. Novotny auf. Und zwar gleich in 2 der heutigen 3 Beiträgen. Weiterlesen

Wie hilft EasyLeasing den Agenten, Kunden abzusichern? (NL 15/18)

Andreas Langenhan, Easyleasing, Foto beigestellt

IVVA: Ich freue mich, dass es mit dem schon länger geplanten Interview nun geklappt hat und danke für die Einladung in Ihr Haus. Darf ich mit einer allgemeinen Frage beginnen:

Was hat sich bei Ihnen im letzten Jahr geändert? War es ein gutes Jahr für Sie? Wachsen Sie? Mit der Branche oder sogar stärker?

Langenhan, easyleasing: Die easyleasing wächst in allen Bereichen. 2017 war ein gutes Jahr für alle unsere Vertriebsschienen. Speziell im 2. Halbjahr ist es uns dank einiger Prozessoptimierungen gelungen, stärker als der Markt zu wachsen. Damit konnten wir unsere Top-3-Stellung am Markt festigen. Dieser Trend hält erfreulicherweise an und wir liegen auch in den ersten 4 Monaten 2018 deutlich über unseren eigenen ambitionierten Plänen.

IVVA: Wohin sollen sich Agenten melden, die auch mit Easyleasing zusammenarbeiten möchten?

Langenhan, easyleasing: Für den Agenturbereich ist ein schlagkräftiges Team der easyleasing Wien mit 9 Mitarbeitern (wien@easyleasing.at) unter meiner Führung zuständig. (Anmerkung Redaktion: hier finden Sie alle Kontaktdaten: Ansprechpartnerliste easyleasing Vertrieb Klassik Wien)

IVVA: Wie hat sich im Vorjahr die Fusion mit BAWAG entwickelt? Läuft alles nach Plan? Konnten bereits Synergien gehoben werden?

Welche Auswirkungen gibt es für Vermittler und Kunden? Keine? Verbesserungen?

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Sollen/müssen Sie die Verträge unterschreiben? (NL 14b/18)

Sind Vermittler VERANTWORTLICHE oder DatenVERARBEITER?

Wenige Tage vor Ablauf der DSGVO-Schonfrist begannen Versicherer an Versicherungsvermittler Zusatz-Verträge zu versenden, in denen sie die DSGVO-konforme Zusammenarbeit mit den Vermittlern regeln wollten.

Allerdings wollten die Versicherer die Agenten in die Position der DATENVERARBEITER zu drängen, obwohl die DSGVO die Vermittler in die Rolle der VERANTWORTLICHEN sieht.

  • Was sagt also die DSGVO zu diesem Themenbereich?
  • Wo liegt der Unterschied zwischen Verarbeiter und Verantwortlichen?
  • Was erhoffen sich die Versicherer?
  • Welche Nachteile hat es für Agenten diese falschen Verträge zu unterschreiben?
  • Was passiert, wenn man sie nicht unterschreibt?
  • Was, wenn man sie schon unterschrieben hat?
  • Gelten Agenten, die solche Verträge unterschrieben haben als Dienstnehmerähnlich?

RA Mag. Stephan Novotny, Foto: Stephan Huger

Über diese und weitere Fragen haben wir ein Gespräch mit RA Stephan Novotny geführt, der sich nicht nur auf unsere Branche spezialisiert hat, sondern sich auch intensiv mit der DSGVO auseinander gesetzt hat. Das Interview finden Sie unten anbei.

Ein vertiefender Lesetipp:
Das österreichische Versicherungsvermittlerrecht.
Soeben in 10. Auflage erschienen.
Die Umsetzung der DSGVO im Finanz- und Versicherungsmarkt nimmt darin einen großen Raum ein. Mehr dazu finden Sie hier…
Das Inhaltsverzeichnis können Sie hier herunterladen…

 

IVVA: Danke für die Möglichkeit, eine aktuell sehr wichtige Frage der Agentenschaft mit Ihnen im Interview zu besprechen.

Mag. Novotny: Gerne!

IVVA: Zahlreiche Mitglieder haben uns in den letzten Tagen Verträge oder Ergänzungen zu Courtagevereinbarungen zahlreicher Versicherer übersandt. Diese seien wegen der DSGVO nun zu unterschreiben. Darin sollen die Agenten als Auftragsverarbeiter der Versicherer tätig werden.

Wir haben bereits im letzten IVVA Newsletter vor diesem „Irrtum“ gewarnt, weil der Agent kein Auftragsverarbeiter, sondern – ebenso wie der Versicherer – als Datenverantwortlicher tätig wird. (Den Newsletter können Sie hier nachlesen…)

Da seither die Anfragen der Agenten über uns herein brechen, möchte ich versuchen, das Thema nun nochmals im Detail zu erarbeiten. Einerseits, um Hilfestellung für die Agenten zu bieten, die zu Recht verunsichert sind und fragen, soll ich den Vertrag nun unterschreiben bzw. was passiert, wenn ich ihn nicht unterschreibe?

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5 Tipps für den täglichen Umgang mit der DSGVO (NL 14/18)

Auf vielfältigen Wunsch bringen wir einige Tipps, wie man mit den häufigsten To Do’s der DSGVO in der täglichen Praxis umgehen sollte.

Konkret erfahren Sie heute:

1) Vorgehen bei AUSKUNFTS-Begehren bzw. LÖSCHWÜNSCHEN

2) Datenspeicherung nur dann, wenn Erlaubnis vorliegt

3) E-mails: Wie übermittelt man künftig personenbezogene Daten?

4) Vorgehen bei Data Breach, einem potentiellen Datenverlust

5) Änderungen in Ihrer Organisation müssen zu Änderungen im Verfahrensverzeichnis und Ihrem DSGVO-konformen Umgang führen

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„Jederzeitige Kontrolle“: Muss ich das akzeptieren? (NL 13/18)

RA Mag. Stephan Novotny, Foto: Stephan Huger

Aus aktuellem Anlass – ein Versicherer sandte an Agenten eine „Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung“ mit dem Hinweis „Keine Unterschrift, keine Courtage“ aus.

Bei rascher Durchsicht stieß man sofort auf einen Passus, in dem sich der Versicherer

… „das Recht jederzeitiger Einsichtnahme und Kontrolle der Datenverarbeitungseinrichtungen durch den Verantwortlichen oder einen von ihm beauftragten Dritten eingeräumt…“

Die Frage, ob man das wirklich akzeptieren muss, haben wir Mag. Stephan Novotny gestellt, unten anbei seine Antwort.

Warum der Vertrag nur einseitig ist (Versicherer sieht sich als Verantwortlicher, Agent sei der nur der Datenverarbeiter, obwohl BEIDE Datenverantwortliche sind) und man sich eigentlich gegenseitig zur Einhaltung der DSGVO verflichten und daher GEGENSEITIGE Kontrollrechte einräumen müsste, wird noch zu klären sein.

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Agent gewinnt Vollmachtsstreit vor Gericht. Was bedeutet das nun? (NL 12/18)

Mag. Stephan Novotny gibt eine kurze rechtliche Einschätzung.

Vor einigen Wochen informierte uns ein IVVA-Mitglied darüber, dass die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck als erste Instanz über eine Anzeige des Fachverbands der Versicherungsmakler entschieden und das Verfahren eingestellt hat.

Inhalt des Verfahrens war die Vollmachtsnutzung durch den Agenten. Ein seit Jahren schwelender Konflikt, da die Maklerschaft die Sicht vertritt, dass die Vollmachtsnutzung durch Agenten nicht rechtmäßig sei. Was bedeutet nun die aktuelle Entscheidung für die Agentenschaft? Dazu gibt uns Mag. Stephan Novotny eine kurze Einschätzung.

Worum geht es?

Bekanntlich gibt es seit Jahren Verfahren (durch Versicherungsmakler eingeleitet), um feststellen zu lassen, ob sich ein Versicherungsagent vom Kunden zur Abgabe von Vertragserklärungen bevollmächtigen lassen darf. Wir haben seit dem ersten Rechtsstreit Anfang der 2000-er Jahre mehrmals darüber berichtet, u.a. hier:

  • Vollmachtsnutzung durch Agenten (hier…)
  • Aktuelle Entwicklung zur Agentenvollmacht (hier…)
  • Agentenvollmacht: Zähigkeit zahlt sich aus (hier…)
  • Bescheid: Werden Agenturen übervorteilt? (hier…)

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