Agenturverträge NEU: Folgeprovision in Gefahr & neue Pflichten (NL 27b/17)

Unterschreiben Sie nichts, was Ihnen nicht klar ist!

Aus aktuellem Anlass – ein IVVA Mitglied übersandte uns einen Agenturvertrag, der ihm neu vorgelegt wurde – wollen wir Sie neuerlich auf dieses brisante Thema aufmerksam machen und sensibilisieren. Und besonders auf einen wichtigen Passus hinweisen, der Provisionsänderungen bringt, die zu massiver Schlechterstellung der Agenten führen.

Mit der Umsetzung der neuen Vermittlerrichtlinie (IDD) werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Agenturverträge aktualisiert. Also der richtige Zeitpunkt, um sich wieder einmal mit diesem Thema zu beschäftigen. Zu oft wurden in der Vergangenheit Verträge unterschrieben, ohne genau zu wissen, welche Auswirkungen so manche Passage hatte.

Wir können nur empfehlen, diese Gelegenheit zu nutzen und jede unklare Vertragsbestimmung und deren Auswirkungen zu klären. Wir halten fest, dass privatrechtliche Verträge zur Zufriedenheit und Rechtssicherheit beider Vertragspartner zu gestalten sind. Unser Appell: Einseitige – womöglich sogar sittenwidrige – Gestaltung sollte es nicht geben. Hartnäckiges Verhandeln ist das Stichwort!

Gerne wird der IVVA seinen Mitgliedern – bei diversen Fragen – behilflich sein. Jede Agentin, jeder Agent muss sich bewusst sein, dass er/sie – wenn auch im Auftrag der Versicherungen – letztlich als selbständiger Unternehmer tätig ist. Und damit sind Sie für ihr Tun und Handeln voll verantwortlich! Diese Last tragen Sie ganz alleine. Wir erinnern schmerzlich daran, wie viele Jahrzehnte es gedauert hat, bis wir durch den OGH die Sittenwidrigkeit der Provisionsverzichtsklauseln in Agenturverträgen bestätigt erhielten.

Zurück zum Anlassfall: Weiterlesen

Was zeichnet eine gute Rechtsschutzversicherung aus? (NL 27/17)

IVVA: Die D.A.S. ist ein Spezialversicherer und kann auf langjährige Erfahrung im Rechtsschutzbereich verweisen. Wie haben sich aus Ihrer Sicht der Markt und seine Teilnehmer in den letzten Jahren verändert?

Dir. Loinger: Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir heute am Rechtsschutzmarkt deutlich mehr Anbieter spüren. Früher war die Veränderung und Dynamik in der Sparte Rechtsschutz von Spezialisten bestimmt. Nunmehr wenden auch die Komposit-Versicherer ihre Aufmerksamkeit auf diesen Bereich. Weiters zeigt sich, dass Konsumenten immer preissensibler werden. Was natürlich auch von der aktuellen Wirtschaftslage beeinflusst ist. Auch das Interesse von Unternehmen steigt, sich mit einer Rechtsschutzversicherung abzusichern. Bei kleineren Unternehmen kann selbst ein einzelner Rechtskonflikt die unternehmerische Existenz bedrohen.

Darüber hinaus sind Kunden anspruchsvoller geworden: Sie erwarten heute von einem Rechtsschutzversicherer mehr, als dass dieser nur Kostenerstatter ist. Daher war es immer schon unser Anliegen, unsere Kunden mit umfassenden Rechtsdienstleistungen sowie mit fundiertem Wissen zu betreuen und so vom Wert der D.A.S. Rechtsschutzversicherung zu überzeugen.

IVVA: Die D.A.S. hat letztes Jahr das 60. Jubiläum gefeiert. Wie schafft man es als Rechtsschutz-Spezialist über eine so lange Zeit erfolgreich zu sein?

Dir. Loinger: Die entscheidenden Faktoren sind die Qualität des Produktes, die beispielgebenden Serviceleistungen und gut ausgebildete Mitarbeiter. Wir wollen einerseits unser Angebot für breite Bevölkerungsschichten beziehungsweise sämtliche Unternehmenskategorien bereithalten, aber gleichzeitig kompetent und flexibel genug bleiben, um spezielle Zielgruppen entsprechend bedienen zu können. Unsere Rolle ist es, der „First Mover“ zu sein und damit ist gemeint, dass wir rasch Veränderungen der rechtlichen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Rahmenbedingungen antizipieren, also erahnen, welche Auswirkungen sich dadurch auf den Rechtsschutz ergeben werden. Eine aktive Verbandsarbeit ist für uns ebenfalls unerlässlich und hilft zum Beispiel auch, internationale Entwicklungen am Radar zu behalten.

IVVA: Sie erwähnten, dass Rechtsschutz eine umkämpfte Sparte sei, weil auch Komposit-Versicherer in Ihren Markt drängen. Mit welchen Strategien möchte die D.A.S. in diesem verschärften Wettbewerb bestehen? Weiterlesen

Provisions-Debatte: Wie geht es nach Verschiebung der IDD weiter? (NL 26b/17)

Diskussionen über Versicherungsvertriebs-Richtlinie IDD

Gestern wurde bekannt gegeben, dass die EU Kommission dem Wunsch auf Verschiebung der IDD nachkommt. Die neuen Regelungen der IDD also erst ab Herbst 2018 gelten werden.

In den letzten Tagen gab es eine rege Diskussion zum Themenkreis Provisionen. Der Grundsatz, im besten Kundeninteresse zu agieren, muss gewahrt sein, wenn eine Vergütung mittels Provision auch in IDD-Zeiten zulässig bleiben soll. Das ist zu lesen im Versicherungsjournal-Beitrag vom 19.11.2017.

Das Thema Vermittlerprovisionen wurde leider ausgelöst durch die Aussage des Maklergewerbes bzgl. des Anspruches „UNABHÄNGIG“ sein zu wollen. Ein krasser Widerspruch, wenn man vom Kunden beauftragt aber vom Produktgeber bezahlt wird.

Nicht nur der Berufstand der Versicherungsagenturen hat diese Behauptung als unrichtig gesehen, auch die EU-Kommission hat in den Vermittlerrichtlinien Klarstellungen gefordert. Im Auftrag des Kunden tätige Vermittler dürfen nicht auf Provisionsbasis vom Versicherer bezahlt werden. Kunde beauftragt, Kunden honoriert die Leistung des Maklers.

Im Gegensatz dazu befinden sich der angestellte Vermittler als auch die Versicherungsagentur (selbständiges Gewerbe) die im Auftrag eines oder mehrerer Versicherer tätig werden dürfen und Provisionen für ihre Vermittlungen von Versicherungsverträgen erhalten.

Für den Versicherungskunden einfach und klar zu unterscheidende Vertriebswege!

Lösungsmöglichkeit? Weiterlesen

Europäisches Parlament: Seine Zusammensetzung, seine Kompetenzen (NL 26/17)

Vorige Woche informierten wir über die Europäische Kommission und deren Rolle im EU Gesetzwerdungsprozess (am Beispiel der Versicherungsvermittler-Richtlinie). Zum Nachlesen hier klicken…

Damit ein Vorschlag zu einem Gesetz werden kann, muss ein – erfolgreicher – Trilog (mehr dazu unten anbei) zwischen allen 3 wichtigen europäischen Institutionen (EU Kommission, EU Rat und EU Parlament) stattfinden.

Wie entstehen Gesetze auf Europäischer Ebene? Sind die bürokratischen EU-Beamten oder ganz normale Politiker, die die einzelnen Länder (und damit auch Österreich) entsenden für die Gesetze verantwortlich? Oder nicht doch letztlich WIR ALLE, weil wir diese Politiker gewählt haben?  Das schauen wir uns heute näher an.

Daher beschäftigen wir uns heute mit dem EU Parlament. Weiterlesen

IDD Verschiebung: Wer entscheidet wirklich in der EU? (Nl 25/17)

Wie wirken die einzelnen EU-Institutionen zusammen?

Ich den letzten 2 Wochen konnte man mehrmals aus unterschiedlichen Quellen lesen, dass man sich für eine Verschiebung der Wirksamkeit der EU Richtlinie IDD ausgesprochen hätte. Aber wer entscheidet wirklich? Diese Frage werden wir anhand der IDD gerne beantworten.

Immer wieder hören wir Fragen wie:

Wie läuft der Gesetz-Werdungsprozess in der EU ab?

Jedes Gesetz auf europäischer Ebene entsteht durch das Zusammenwirken der 3 Institutionen: EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission. So ist es in den EU-Verträgen geregelt. Zu diesem Verfahren sagt man häufig auch Trilog. Das ist angelehnt an das Wort Dialog, weil hier 3 Institutionen miteinander reden müssen.

Doch welche Aufgaben haben diese Institutionen?
Wie verläuft der Trilog-Prozess und welche Rolle spielen bei den Vorarbeiten zu einem Gesetz diverse Ausschüsse wie etwa JURI, ECON, LIEBE?
Was unterscheidet den Europäischen Rat vom Rat der Europäischen Union?

Die Graphik rechts zeigt die Institutionen zum Start der aktuellen Gesetzgebungsperiode 2014. Diese Graphik (Quelle EU-Parlament) können Sie hier in besserer Qualität herunterladen….

Zur IDD:
Als erster sprach sich der ECON Ausschuss des Europäischen Parlaments am 26. Oktober  für eine Verschiebung aus.

Das EU Parlament entsendet seine Abgeordneten in zahlreiche Ausschüsse, für unseren Bereich wichtig sind ECON, JURI und LIEBE.

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Datenschutz-Folgenabschätzung für die Datenschutz-Grundverordnung (NL 24/17)

Teil 4 der Serie zur Datenschutz-Grundverordnung

Mag. Georg Markus Kainz, Foto Joanna Pianka

Bisher sind in dieser Serie erschienen:
Datenschutz-Grundverordnung leicht gemacht
Teil 2 der Serie zur Datenschutz-Grundverordnung (NL 20b/17)
Teil 3 zu Datenschutz: Warum ist unsere Branche so stark betroffen? (NL 21b/17)

Heute ist die Datenschutz-FOLGENABSCHÄTZUNG Thema des Gastbeitrags von Mag. Georg Markus Kainz, führender Datenschützer Österreichs.

Die wahrscheinlich wichtigste Änderung betrifft die Verantwortung für die Einschätzung und Bewertung des „eigenen“ Datenbestandes, also all jene Daten die von Kunden und Mitarbeitern im Rahmen der eigenen Geschäftstätigkeit entstehen und deren Verarbeitung.

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Sind die Österreicher zu sorglos? (NL 24b/17)

In Österreich haben nur etwa 5 Prozent eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Mag. Willi Bors, Dialog, Foto zur Verfügung gestellt

Gründe hierfür sind möglicherweise Verdrängung („Wird schon nichts passieren“), aber auch der fälschliche Glaube, dass wir durch den Staat abgesichert seien. Das ist aber seit einer Gesetzesänderung 2014 nur mehr im geringen Maße so.

Was machten Versicherer bisher falsch? Was müsste man tun, um bei unseren Kunden hier Problembewusstsein zu schaffen? Und wie kann man als Versicherungsagent hier ein wichtiges Standbein für sich selbst erarbeiten?

Über diese – und andere – Fragen führten wir ein Interview mit Mag. Willi Bors, dem neuen Chef bei der Dialog Lebensversicherungs-AG. Weiterlesen

Gesetzesänderung der bösen Art (NL 23/17)

In den letzten Tagen gab es große Aufregung um einen Gesetzesantrag im Finanzausschuss, der große (finanzielle) Nachteile für unsere Kunden sowie Haftungsprobleme und drohende Provisions-Rückzahlungen für Vermittler bringen könnte.

Es geht um einen Gesetzesantrag, den die Abgeordneten Steinacker (ÖVP) und Jarolim (SPÖI eingebracht hatten. Beide Justizsprecher ihrer Parteien und uns bestens bekannt (haben doch die Versicherungsagenten nicht die besten Erfahrungen mit den Beiden genannten gemacht).

Dass die Versicherungswirtschaft versuchen wird, das Dilemma mit den kapitalbildenden Lebensversicherungen zu bereinigen, war zu erwarten. Ist doch die Branche hier massivem Tadel ausgesetzt. Große Sorgen bereiten uns aber, wenn im Änderungswunsch plötzlich eine 10 jährige Rückforderung für Provisionen enthalten ist. Kommt sicher nicht von den oben genannten Abgeordneten als Antragsteller.

Selbst wenn § 9 Abs.3 des HVertrG (Handelsvertretergesetz) regelt, dass die Provision zu zahlen wäre, sehen wir in dieser Aktion eine erhebliche Bedrohung des Vermittlers. Und wenn der Versicherer die Angelegenheit anders sehen möchte, so wird der Agent gezwungen sein, vor Gericht sein Recht einzufordern.

Eine Stellungnahme von Anwalt Dr. Johannes Neumayer führt auch noch aus, dass selbst eine Richtlinie (86/653/ EWR v. 18.12.1986) österreichische Gesetzesmacher binden. Und daher diese Gesetzesänderung EU-widrig wäre. Zum Nachlesen hier klicken…

Weitere negative Konsequenzen werden in Interviews angesprochen, die mit den  Anwälten Dr. Norbert Nowak (zum Nachlesen hier klicken…) und Dr. Wolfgang Haslinger (zum Nachlesen hier klicken…) geführt worden sind. Darin erhalten Sie, geschätzte Agentinnen und Agenten ein sehr umfassendes Bild der Situation.

Die drei Rechtsanwälte dokumentieren ganz klar das Haftungsrisiko für die Vermittler, die EU-Widrigkeit, die enormen finanziellen Nachteile für die Kunden und die Gefahr der Rückzahlungen von Provisionen!

Das IVVA Team

Zu teuer? Hat Versicherungsvermittler Zukunft? (NL 23b/17)

Hat das Gewerbe des Versicherungsvermittlers Zukunft?
Welche Vertriebsgruppe ist wirklich (zu) teuer?

Ein Beitrag des Versicherungsjournals mit dem Titel „Da wird noch eine ordentliche Dynamik in den Markt kommen“ wirft einige Fragen auf, die nachdenklich machen. Der Titel leitete sich aus einer Aussage ab, die FMA-Vorstand Helmut Ettl bei einer Veranstaltung machte.

Dort besprochen wurden u.a. der Vormarsch von Fintechs (also der „digitalen Berater“) und die mit der Digitalisierung verbundenen Veränderungen in unserer Branche, aber auch über Kostendruck sowie die zunehmende Regulierung.

Bei der Veranstaltung wurde die Branche vom FMA Vorstand aufgefordert, die „jahrzehntelange Komfortzone zu verlassen“. Und Ettl wird weiter zum Thema der Insurtechs zitiert: Den „Pflänzchen, die hier sprießen“, müsse Raum gegeben werden, sich zu entwickeln. Für die Branche biete sich mit ihnen die Möglichkeit, „sich neu zu erfinden“. Und hinsichtlich „Innovation hätte unsere Branche noch Raum nach oben“…

Aber auch die folgenden Zitate klingen für den Berufstand des Vermittlers schon fast wie eine Drohung.

  • „Das Ziel müsse sein, die Dienstleistung am Kunden zu verbessern, einen Zusatznutzen zu erbringen, Präventions-Dienstleistungen anzubieten. „Da sind wir erst am Anfang.“
  • „Das österreichische Vertriebssystem sei – auch im internationalen Vergleich – teuer.“


Hat der menschliche Berater noch Zukunft?

Aber: Wer, wenn nicht der Vertrieb soll den Versicherungskunden auf potentielle Gefahren hinweisen und von der Notwendigkeit von Versicherungen überzeugen? Wer wird diese oben geforderte verbesserte Dienstleistung (Mehrarbeit!) in der Praxis umsetzen? Ziemlich sicher, der „teure“ selbständige Vermittler, dem oftmals administrative Tätigkeiten aufgebürdet werden.

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Risiko-Bewertungs-Fragebogen bereits ausgefüllt? (NL 22/17)

Über den Sommer kam es im Zuge von Gewerbeordnungsnovellen aufgrund europarechtlicher Vorgaben (EU-Geldwäsche-Richtlinie) zu neuen Pflichten für bestimmte Gewerbetreibende. Ziel ist die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Konkret handelt es sich dabei um folgende Branchen:

  • Versicherungsagenten und -makler mit Lebensversicherungen und anderen Anlageprodukten
  • Handelsgewerbetreibende, einschließlich Versteigerer mit Barzahlungen von mindestens 10.000 Euro
  • Immobilienmakler
  • Unternehmensberater mit bestimmten Geschäftstätigkeiten (zum Beispiel Gründung von Gesellschaften, Ausübung der Leitungs- oder Geschäftsführungsfunktion einer Gesellschaft, Bereitstellung eines Sitzes, Ausübung der Funktion eines Treuhänders)


Risikobewertung des eigenen Unternehmens & Identität der Kunden prüfen

Während das Prinzip „Know your customer“, also „Kenne Deinen Kunden“ sicherlich schon bekannt ist – jetzt aber noch verschärft wurde – ist das Anlegen eines Risiko-Bewertungs-Fragebogens über das eigene Unternehmen den Meisten noch gänzlich unbekannt. Doch genau so ein Fragebogen ist den Aufsichtsbehörden vorzulegen und wird (nach Rückfragen von Versicherungsvermittlern) aktiv von den Gewerbebehörden verlangt.

Daher greifen wir dieses Thema auf, informieren Sie über die Geldwäsche-Richtlinie und stellen Ihnen diesen Fragebogen – samt Ausfüllhilfe – vor.

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